Auf einen Kaffee mit Imping

Auf einen Kaffee mit Imping

Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee erinnert immer etwas an Zuhause – wenn sonntags der Frühstückstisch wartet oder Kaffee & Kuchen gereicht werden. Die Welt ist dann einfach in Ordnung. In unserer Serie „Münsterländer Manufakturen“ widmen wir uns deshalb jetzt ganz den kleinen aromatischen Bohnen. Wir statten Imping Kaffee aus Bocholt einen Besuch ab!  

Hineingeschaut: Imping Kaffee aus Bocholt

Gegründet 1875. In ein modern und familiär geführtes Unternehmen verwandelt seit 2005. Imping Kaffee aus dem westmünsterländischen Bocholt hat nach 145 Jahren Firmengeschichte den Schritt in Richtung Kaffeehandwerk mit Tradition und Vision gewagt. Die Rösterei bietet Kaffeespezialitäten aus der ganzen Welt an, kreiert aber auch alltagstaugliche Kaffeemischungen.

Mike Novak, gebürtiger Bocholter, ist 2005 eingestiegen und hat den alten Job als Vertriebler für Heiß- und Kaltgetränkeautomaten hinter sich gelassen. Zusammen mit seiner Frau Sarah, die selbst in der Gastronomie zuhause und als Barista tätig ist, hat er Imping wiederbelebt und führt die traditionsreiche Marke ins 21. Jahrhundert – mit ganz viel Know-How, Handwerkskunst und Leidenschaft.

Single-Origin, Bio-Kaffee & Fair-Trade: Kaffee aus dem Münsterland

Bei Imping Kaffee schlagen die Herzen von allen Kaffeesüchtigen und Liebhabern ausgefallener Melangen sofort höher: Der Slogan „handgeröstet aus Tradition“ prangt ganz stolz auf jeder Kaffeepackung. Egal ob ganze oder gemahlene Bohnen, Pads oder Kapseln – jede Zubereitungsweise wird von dem umfangreichen Sortiment abgedeckt. Genießen Sie z. B. kubanischen Kaffee, costa-ricanischen Kaffee oder einen Single-Origin aus Indonesien.

Wer besonders viel Wert auf eine faire und klimaverträgliche Herkunft legt, der wird ebenso fündig: Imping bietet eine Reihe an hochwertigen Bio- und Fair-Trade-Kaffees an – achten Sie einfach auf die Siegel! Die beste Zubereitungsmethode steht immer mit dabei. Von Vollautomat über Filtermaschine bis zur Siebträgermaschine.

Imping Kaffee: Wenn Kaffeehändler und Barista gemeinsame Sache machen

Sarah und Mike Novak haben 2019 stolz den neuen Firmensitz ein Stück außerhalb der Bocholter Innenstadt eingeweiht. Vor dem 3.300 Quadratmeter großen Neubau, zu dem 2.000 Quadratmeter Produktionsfläche gehören, steht der Firmenname in imposanten Holzlettern: IMPING. Wir durften uns ausführlich mit den beiden Gründern zu Imping Kaffee, der Kunst des Kaffeeröstens und köstlichen Kaffeespezialitäten unterhalten.

Gebäude der Firma Imping

Schrankwerk: Herr Novak, Sie sind gebürtiger Bocholter und waschechter Westmünsterländer. War es von vornherein klar, dass Sie in der Heimat ins Kaffeegeschäft einsteigen wollten?

Mike Novak: Nachdem ich aus meinem alten Job ausgestiegen bin, habe ich gesagt, es muss eine Veränderung her. Ich wollte wieder in Bocholt, meiner Heimat, tätig sein, ohne die ganze Zeit quer durch Deutschland fahren zu müssen. Wir hatten auch die Möglichkeit, in Duisburg oder Dinslaken, in strukturschwächeren Regionen, zu bauen, um Fördergelder zu bekommen. Doch wir haben uns bewusst für Bocholt entschieden, da wir sehr heimatverbunden sind. Es ist einfach eine schöne Stadt.

Schrankwerk: Imping existiert seit 1875, seit über 145 Jahren. Wie fängt man mit so einer alteingesessenen Marke wieder frisch an?

Mike Novak: Wir sind 2005 in das Unternehmen eingestiegen, unter der Voraussetzung, dass der Name bestehen bleibt. Wir haben ganz klein mit nur vier Mitarbeitern angefangen. Heute beschäftigen wir 27 Leute. Jedes Jahr sind wir gewachsen, mal abgesehen der jetzigen Situation.

Das neue Imping-Café

Schrankwerk: Für 2021 ist ein neues Imping-Café geplant. Was hat es damit auf sich? Können Sie schon mehr verraten?

Mike Novak: Das Café hat für uns zwei Bedeutungen: Das ist zum einen, weil meine Frau aus der Gastronomie kommt. Sie lebt und liebt die Gastronomie. Deshalb war es für uns immer ein Wunsch, einen Flagship-Store zu eröffnen, der komplett autark mit der Kraft meiner Frau läuft. Zum anderen möchten wir die Marke „Imping“ neu und anders transportieren. Wir möchten wieder zeigen, wie Kaffee gemacht und zubereitet wird. In einem Café können wir das leibhaftig leben.

Schrankwerk: Was können zukünftige Gäste denn dort erwarten?

Sarah Novak: Unsere Gäste können dort hochwertigen Kaffee in verschiedenen Zubereitungsarten probieren. Es gibt so viele Arten, die so manch ein Gast vielleicht bisher nicht kennt. Bei uns hat er die Möglichkeit dieses zu probieren – Nitro-Kaffee ist einer dieser Arten. Es werden auch kleine Speisen angeboten werden. Sodass wir den Gästen eine tolle Zeit bieten können.

Hochwertiger Kaffee bei Kaffee Imping

Schrankwerk: Nitro-Kaffee? Was kann man darunter verstehen?

Sarah Novak: Bei Nitro-Kaffee wird in einen Cold-Brew-Kaffee Stickstoff beigemischt. Die extrem feinen Stickstoffbläschen machen den Kaffee weich und samtig. Der Kaffee zergeht förmlich auf der Zunge. Die Noten des Kaffees kommen so ganz anders zur Geltung – viel fruchtiger und cremiger.

Entstehung des aromatischen Kaffees

Schrankwerk: Nehmen Sie uns doch mal mit in die Produktionsstätte: Wie entsteht aus den kleinen grünen Rohkaffeebohnen dieser aromatische Kaffee, den wir jeden Tag trinken?

Mike Novak: Wir rösten im Trommelröstverfahren. Die Bohnen werden in die 60 kg fassende Trommel eingeführt und dann langsam und schonend über einer Gasflamme gedreht. Die Temperatur klettert von 160 Grad bis auf 240 Grad, bis die Kaffeebohnen im Kern eine Temperatur von 205 Grad erreichen. Dieser Röstprozess dauert, natürlich abhängig von Sorte und gewünschten Röstgrad, 15 bis 20 Minuten. Der Röstmeister überwacht den Röstprozess und wird dabei von einem Computer unterstützt, der das Röstprofil anhand einer Röstkurve komplett überprüfen kann. Dann kühlen die Kaffeebohnen über einem Kühlsieb aus, damit sie nicht ausglühen. Das war es aber noch nicht: Ehe der Kaffee abgepackt werden kann, müssen die gerösteten Bohnen noch 24 Stunden in einem Edelstahlbehälter ausgasen. Erst dann entwickeln sie den gewünschten Geschmack.

Kaffeebohnen

Hier steckt noch Handarbeit drin

Schrankwerk: Das hört sich nach einem sehr aufwändigen Prozess an. Wieviel Handarbeit steckt denn noch im Kaffeerösten?

Mike Novak: Eine ganze Menge! Der Röstmeister muss selbst die äußeren Umstände wie Luftfeuchtigkeit, Wärme, Kälte oder Regen einkalkulieren. Diese wirken sich erheblich auf das Röstergebnis aus. Wie die Bohnen am Ende sein sollen, entscheidet einzig und allein der Röstmeister. Beim Rösten steckt noch richtig viel Handarbeit drin!

Schrankwerk: Jetzt verraten Sie uns doch mal, wie Sie am liebsten Ihren Kaffee trinken.

Sarah Novak: Ich liebe Filterkaffee. Wirklich ganz klassisch 6 bis 7 Gramm pro 100 Milliliter frisch mahlen und per Hand aufgießen. Ich verwende dann keine Filtermaschine, sondern gieße wirklich klassisch per Hand auf. Wir testen dann auch gleichzeitig die neuen Bohnen, deshalb gibt es selten immer den gleichen Kaffee. Im Moment ist unser „Sumatra Honey“ mein Favorit, ein indonesischer Kaffee.

Schrankwerk: Gibt es einen Bestseller bei Imping? Welchen Kaffee mögen die Leute ganz besonders gern?

Mike Novak: Es gibt ganz klar einen Bestseller: Imping Crema One. Den kann man im Vollautomaten oder in der Filtermaschine sehr gut zubereiten. Es ist eine Mischung aus Arabica- und Robustabohnen, vollmundig und ausgewogen. Danach kommt auch direkt unser „Münsterländer“, der auch schon außerhalb der Region sehr beliebt ist. Sein tolles Aroma spricht einfach Kaffeetrinker aller Couleur an. Er hat sensorische Spitzen, die für ein tolles Aroma sorgen.

Hier gibt es Imping Kaffee zu kaufen

Haben Sie Lust auf eine Tasse Kaffee bekommen? Alle Kaffees, von den Klassikern bis zu limitierten Bio-Röstungen und Spezialitäten, bekommen Sie jederzeit im Onlineshop von Imping. Wer aus der Region kommt, wird auch in den Supermärkten fündig. Das ultimative Imping-Kaffee-Erlebnis bietet aber das „Stammhaus“ in der Bocholter Innenstadt: Gründungsort von Imping und noch heute der typische „Tante-Emma-Kaffeeladen“ mit schwerer Holzeingangstür und traditionellen Kaffeeschütten. Neue Röstungen genießen Sie hier zuerst. Spätestens wenn 2021 das Café eröffnet, ist ein Besuch auch hier absolute Pflicht!

Ein Kommentar