Wohntrend Microliving: Großer Trend auf kleinstem Raum

Wohntrend Microliving: Großer Trend auf kleinstem Raum

Wohnraum wird vor allem in den Großstädten immer knapper. Deswegen sind neue Konzepte gefordert, die Wohnbereiche auf kleinstem Raum bündeln. Wir erklären, was Microliving bedeutet und wie sich kleinste Räume schön möblieren lassen.

Preiswertes Wohnen auf kleinstem Raum: Der moderne Lebensstil Microliving wird vor allem in Großstädten immer beliebter. Denn gerade hier wird Wohnraum knapp und teuer. Wohnforscher meinen, dass sich das Leben auf engstem Raum in Zukunft noch stärker durchsetzen könnte. Der Trend wird bestärkt von 42 Prozent aller deutschen Haushalte, die mittlerweile in Singlehaushalten leben. Die Krux daran: Singles leben heute noch in vergleichsweise großen Apartments. 

Wohnraum mit Sessel und rundem Esstisch

Microliving: Was bedeutet das eigentlich?

Microliving bedeutet, in zwischen 15 und 40 m² kleinen Apartments zu leben. Zumindest temporär. Die Wohneinheiten befinden sich in der Regel in guter Lage und sind dennoch vergleichsweise preiswert. Aufgrund ihrer Größe werden sie vom Vermieter oft mit maßgeschneiderten Möbeln vermietet. In Großstädten entstehen immer mehr solcher Micro-Apartments im Rahmen neuer Mehrfamilienbauten oder umgewandelter Büroflächen. Auch autarke Tiny Houses gehören dazu. Laut verschiedener Studien wird die Anzahl der kleinen Wohnungen in Deutschland innerhalb der nächsten zehn Jahre um 75 Prozent steigen.

Architektin und ​Professorin Elli Mosayebi der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich hat zum Beispiel neue Wohnformen mit beweglichen Elementen wie Wänden, smarten Möbeln und Lampen getestet. Das heutige Wohnmodell sei bislang die Familienwohnung mit Küche, Wohnzimmer, Elternschlafzimmer und Kinderzimmer. „Davon haben sich unsere Wohnformen aber längst entfernt, weil die Lebensläufe und -​formen individueller und die Einzelhaushalte häufiger geworden sind“, sagt die ETH-​Professorin.

Hier könnten Konzepte rund ums Microliving eine Lösung sein: Junge Menschen sind viel unterwegs und benötigen nicht viel Platz. Berufspendler oder digitale Nomaden sehnen sich nach temporärem Wohnraum, der am liebsten bereits möbliert ist. Und auch ältere Menschen wollen immer häufiger allein und selbstbestimmt leben.

Welche Wohnbereiche werden beim Microliving gebündelt?

Typischerweise werden auch im kleinen Apartment die klassischen Alltagsbereiche miteinander verknüpft. Dazu gehören:

  • Schlafzimmer
  • Küche
  • Sitzecke
  • Home-Office
  • Badezimmer

Im Mehrfamilienhaus werden darüber hinaus verschiedene Gemeinschaftsräume angeboten. Dazu gehören zum Beispiel gemeinsame Waschküchen, große Wohnküchen, Loungeecken oder gemeinsame Hobbyräume oder Gartenflächen. In vielen Wohneinheiten werden zentral angebotene Wäschepakete, die Reinigung der Wohnung oder Carsharing angeboten.

Für wen eignet sich Microliving?

Sicher ist das Microliving nicht für jeden etwas. Aber für bestimmte Gruppen bietet diese Art zu Leben viele Vorteile. Darunter zum Beispiel Berufseinsteiger mit einem geringen Starteinkommen. Da viele auf die Möblierung sparen müssen, macht es Sinn vorübergehend in ein möbliertes Micro-Apartment zu ziehen.

Auch für Wochenendpendler bietet sich diese Wohnsituation an, da es so möglich ist sich zwei Wohnungen zu leisten. Ähnlich wird es Berufstätigen mit hoher Reisetätigkeit gehen. Ist man sowieso viel unterwegs, wird vermutlich gar kein großer Wohnraum benötigt.

Alleinstehende Senioren haben den Vorteil, selbstständig zu bleiben. So haben sie noch immer ein eigenes Zuhause, nutzen aber die Vorteile einer kleinen Wohnung.

Digitale Nomaden werden den Vorteil von kleinen Wohnungen zu schätzen wissen. Ortsunabhängig arbeiten und dennoch das Gefühl eines Zuhauses zu bekommen lässt sich mit kleinen Wohnräumen gut kombinieren.

Wie funktioniert Einrichten beim Microliving?

Bei einer Fläche von 15 bis 40 m² bleibt nicht viel Platz für Möbel und Hausstand. Deswegen sollte der vorhandene Raum klug geplant werden. Kleinste Apartments profitieren von maßgeschneiderten Möbeln, die verschiedene Funktionen miteinander verbinden. Ob das Bett in der Wand, das Bügelbrett zum Ausklappen oder Kochfelder unter dem Schreibtisch: Immer mehr Einfamilien-Apartments setzen auf komplexe, multifunktionale Möbel. Viele dieser Möbel können sogar über Smarte-Home-Module automatisch gesteuert werden. Ein Beispiel dafür ist der Living Cube – er verdichtet Bett, Kleiderschrank und weiteren Stauraum in einem Möbelstück.

Genial flexibel: Multifunktionale Möbel

Aber es geht auch einfacher. Schon mit einfachen Ideen schafft man Stauraum und muss nicht auf gemütliches Ambiente verzichten.

Das Hochbett

Das Hochbett ist eine klassische und einfache Idee, multifunktional zu denken. Auf Stelzen gesetzt schläft man dabei in luftiger Höhe und findet unter dem Bett Platz für ein Sofa oder einen Schreibtisch. Hochbetten können als Einzel- oder Doppelbett konstruiert sein und schaffen so mit Regalfächern im seitlichen Rahmen Stauraum.

Maßgefertigte Podeste

Eine ähnliche Idee sind Betten auf maßgefertigten Podesten. Sie bieten Stauraum unter dem Bett oder am Bettende. Die beiden Ebenen, die durch das Podest im Raum geschaffen werden, schaffen dazu im Raum eine schöne Optik.

Schrankbetten

Schrankbetten gab es schon zu Omas Zeiten. Zur Nacht wurden die Betten an die Wand geklappt, am Morgen war das Bett in Windeseile verschwunden. Mit größer werdenden Wohnungen verschwanden die Systeme einige Jahrzehnte. Heute sind Schrankbetten wieder beliebt und in vielen Formen und Farben erhältlich. Tipp: Schrankbetten gibt es heute auch mit kleinen Esstischen oder Sofas.

Großes Klappbett als Idee für das Microliving

Das Schlafsofa

Das Schlafsofa ist ebenfalls ein multifunktionales Möbelstück, das Sitzecke und Bett miteinander kombiniert. Die Sofas lassen sich ausziehen oder umklappen und bekommen so eine komfortable Bettbreite. Am Tag machen Zierkissen das Sofa zum It-Piece.

Ein weißes Schlafsofa, dekoriert mit Kissen, als Bettalternative für Microliving

Maßgefertigte Schränke

Beim Micro-Apartment lohnt es, auch mit anderen Möbeln mehr in die Höhe zu denken. Maßgefertigte Schränke lassen sich zentimetergenau bis unter die Decke planen. So geht kein Platz verloren. Mithilfe klappbarer Tritthocker oder eines Kleiderlifts kommt man problemlos an die höheren Ebenen im Schrank.

Schränke und Regale

Schränke und Regale können als Raumteiler fungieren. Bei dunklen Wohnbereichen eignen sich eher Regale. Durch sie wird Tageslicht filigran gelenkt. Ist der Raum von beiden Seiten beleuchtet, bieten Schränke mehr Privatsphäre im Schlafbereich. Dabei sollte die Gestaltung der Schrankrückwand ebenfalls dekorativ sein.

Das Regal als Raumteiler – perfekte Möbelstücke nach Maß

Kleinstmöbel

Auch Kleinstmöbel bieten Stauraum. Schmale Konsolen sind heute zum Beispiel so gefertigt, dass sie sich sowohl zum Arbeiten als auch als Ablagefläche nutzen lassen. Auch Highboards bieten Regale zum Ausklappen, an denen sich bequem arbeiten lässt. Und sogar Hocker können einiges an Stauraum bieten.

Ein Sideboard nach Maß - nutzen Sie Maßmöbel für kleine Räume

Spiegel

Spiegel lassen sich in Garderoben oder Kleiderschränken integrieren. Statten Sie daher zum Beispiel die Fronten Ihres Drehtüren- oder Schwebetürenschranks mit vollflächigen Spiegeln aus. Tipp: Im Onliner-Planer von schrankwerk lassen sich verspiegelte Fronten direkt bei der Bestellung mitplanen.

Ein weißer Spiegelschrank nach Maß von schrankwerk

Klappbare Möbel

In der Küche sorgen Klappstühle und an die Wand klappbare Esstische für jede Menge Bewegungsfreiheit beim Kochen. Da ist zum Essen alles schnell hergerichtet.

Küche mit klappbarem Esstisch

Zum Weiterlesen: „Planungstipps für kleine Räume“

Fazit

Sie merken: Multifunktionale Möbel und maßgeschneiderte Einbaumöbel bieten zahlreiche Chancen, kleine Räume oder Micro-Apartments zu gestalten. Da ist eben Platz ist in der kleinsten Hütte.

Ihr schrankwerk Team