Now-stalgie – zurück ins Jetzt!

Now-stalgie – zurück ins Jetzt!

Lavalampe, poppige Farben und Sitzsack – die Now-stalgie bringt 2000 wieder in unsere Wohnungen. Das Millennium war in vielerlei Hinsicht ein Wendepunkt: Es war nicht nur die Spitze der „durchgedrehten“ 90er Jahre, sondern auch der Startschuss in eine neue Bodenständigkeit. Wir wollen die Now-stalgie einmal näher beleuchten und zeigen Ihnen, welche Highlights bei Fans heute wieder im Wohnzimmer auftauchen.

Auf ins neue Jahrtausend

Als das neue Jahrtausend anbrach, gehörten technologische Zukunftsvisionen und eine nimmersatte Entwicklung zu den Kernthemen des Designs. Geprägt wurde diese Zeit von einem Retro-Futurismus, also von den vergangenen Vorstellungen der Menschen, wie unsere Zukunft aussehen wird – irgendetwas zwischen Star Wars und James Bond. Ganz so ist es dann doch nicht gekommen. Nach wirtschaftlichen Krisen, dem 11. September und dem Fortschreiten des Klimawandels setzten sich im Design und den Ideen, wie wir leben sollen, zunehmend eine neue Vernunft durch, die nach mehr Bewusstsein und Nachhaltigkeit verlangte.

Baum
Bewusstsein und Nachhaltigkeit

Was blieb von den 2000ern übrig?

Ehrlich gesagt, nicht allzu viel. Schauen wir uns doch mal „typische“ Accessoires und Einrichtungsstile dieser Zeit an:

  • Kräftige und poppige Farben wie Gelb
  • Bunte Teppiche aus Flicken oder verrückte Felle aus Kunstfasern
  • Knautschige Sitzsäcke oder aufblasbare Sessel in schrillen Farben
  • Lichterketten und Lavalampen
  • Wandtattoos in floralen Mustern oder aus Tierspuren
  • CD-Ständer

Das sind nur einige wenige Deko-Elemente, die rund um die Jahrtausendwende in nahezu allen, vor allem jungen Haushalten zu finden waren. Der rote Faden der Einrichtung hieß, kurz und knapp, Spaß! Wohnen sollte vorrangig Spaß bereiten, unterhalten und popkulturelle Elemente aufweisen.      

Die Jahre danach

In der Zeit von 2000 bis 2020 wendete sich das Möbel- und Einrichtungsdesign (und nicht nur das) einer bewussteren und reduzierteren Art der Gestaltung zu. Ganz stark stehen dafür Stile wie Scandi und der Minimalismus. Statt Kunststoff wollen wir mehr Holz, Metall und Glas, die viele Jahre / Jahrzehnte überdauern und zeitlos modern bleiben. Die Formsprache ist klar und geradlinig. Die Farben sind gut zu kombinieren und gefällig. Von einem Trend kann man dabei kaum noch sprechen. Doch jeder Stil erzeugt gleichzeitig auch Gegenparts, zu denen die junge „Now-stalgie“ zählt.      

Das Dilemma mit puristisch-zeitlosen Möbeln

Selbst Fans von puristischen, hochwertigen und langlebigen Möbeln erwarten, dass es immer wieder Neuerungen gibt. Denn seien wir mal ehrlich: Wir verändern unseren Geschmack und haben nach einiger Zeit das Verlangen nach einem „frischen Wind“. Dem entgegen steht der Trend zu Retro-Design: Jugendstil, Art déco und Mid-century haben es uns weiterhin angetan. Kurz: Wir wollen neue Möbel, die nicht nach neumodischen Möbeln aussehen, sondern die Ästhetik vergangener Jahrzehnte ausstrahlen.

Now-stalgie und der „Kindercore“

Um etwas Neues und den Spaß zurück in die eigene Wohnung zu holen, entstand eine mutige Ästhetik, die eine klassische, zeitlose Einrichtung mit einer bunten Party mixt – der „Kindercore“. Dieser beschreibt die Wahl von Grundfarben in Kombination mit absoluter Einfachheit. Eben Möbel, die Kinder entwickeln würden – simpel und knallig bunt.

Die Now-stalgie knüpft nun genau hier an und bezieht sich auf den Spaß, der in jungen Wohnungen der frühen 2000er steckte. Es ist ein kleines Revival der Lavalampe, der Wandtattoos mit Blüten- und Schmetterlingmotiven und des stilvollen Einsatzes von Kunststoff-Mobiliar. Überraschenderweise befriedigen die Accessoires nicht nur optische Wünsche, sondern bieten auch einen hohen praktischen Nutzen. So zum Beispiel die durchsichtigen Couchtische, Hocker und Stühle aus Acryl, sogenannte Ghost Chairs. Sie lassen kleine Räume offener und dadurch größer wirken, da sie visuell sofort zurücktreten. Auch Sitzsäcke oder Poufs in bunter Flicken-Optik kommen wieder zum Einsatz, da sie flexibel verstaut werden können und bei spontanem Besuch eine lockere und gemütliche Sitzgelegenheit abgeben.

Fazit: das neue „Homing“

Insbesondere in den vergangenen Jahren der Corona-Pandemie haben viele Menschen den Fokus zurück auf die liebevolle und gemütliche Einrichtung Ihrer eigenen vier Wände gelegt. Das „Cocooning“, also das Sich-Zurückziehen, ging auch mit einer sozialen Abstinenz einher. My home is my castle galt mehr als je zuvor. Die Now-stalgie schickt sich jetzt an, die soziale Isolation mit Leben, Spaß und Kommunikation zu füllen. Der Begriff „Homing“ trifft diese Entwicklung deutlich  besser – individuelle, lebendige Wohnungen schaffen, die praktisch, gemütlich und kommunikativ sind. Ob Sie weiterhin gern Ihre CD-Sammlung in einem Ständer ausstellen wollen oder nicht, bleibt Ihnen überlassen.                          

Ihr schrankwerk Team


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