Schränke richtig ausmessen: Tipps für das korrekte Maßnehmen

Schränke richtig ausmessen: Tipps für das korrekte Maßnehmen

Passt, wackelt und hat Luft! An der flapsigen Redewendung ist tatsächlich so einiges dran, wenn es um das richtige Aufmaß für den neuen Schrank geht. Schon mal vorweg: Wackeln soll am Ende natürlich nichts! Doch dass Schränke und Kommoden gerne etwas Luft zur Wand haben dürfen, ist goldrichtig.

Wir geben Ihnen ein paar nützliche Praxistipps mit auf den Weg, mit deren Hilfe Sie im Handumdrehen das richtige Aufmaß für Ihren Schrank bestimmen. Denn beim Messen gilt es so einiges zu beachten. Worauf es ankommt, wie Sie am besten vorgehen und welche Messgeräte besonders sinnvoll sind, verraten wir Ihnen jetzt.

Schränke ausmessen – das müssen Sie beachten

Tipps für das richtige Ausmessen

1. Immer das kleinste Maß nehmen

Messen Sie immer an mehreren Stellen! Nehmen Sie das Maß von Boden bis Decke und von Wand zu Wand bei einer Nische. Führen Sie ca. vier Messungen an verschiedenen Stellen durch: Notieren Sie sich das kleinste Maß.

2. Alles im Lot?

Verwenden Sie eine Wasserwaage, um sicherzustellen, dass der Boden eben und die Wand im Lot ist. Besonders bei Altbauwohnungen senken sich über die Jahrzehnte Decken ab. Diese Abweichungen sollten Sie berücksichtigen und bei Auftragsstellung an den Kundenservice von schrankwerk weitergeben.

Wasserwaage
Wasserwaage nutzen

3. Zu zweit misst man weniger allein

Bei größeren Schränken oder Nischen sollten Sie zu zweit messen. So können Sie mit einem Mal genau Maß nehmen, ohne mit der Markierung zu verrutschen. Zudem sehen vier Augen mehr als zwei!

4. Zeichnen Sie Umrisse

Dieser Tipp richtet sich an diejenigen, die mit komplexen und schwierigen Raumsituationen konfrontiert werden. Insbesondere bei Schränken, die unter Dachschrägen platziert werden sollen, empfiehlt es sich, die Umrisse des zukünftigen Schrankes mit einem Bleistift an die Wand zu zeichnen. Die Umrisse können Sie viel einfacher abmessen.

Umriss-Zeichnung
Zeichnen Sie Umrisse

5. Denken Sie an alle Hindernisse

Berücksichtigen Sie alle Wohnelemente, die Ihrem Schrank im Weg sein könnten. Dazu zählen vor allem Heizkörper, Steckdosen und Türen sowie Lichtschalter und Rauchmelder. Flügeltüren und Schubladen des Schrankes oder der Kommode müssen sich problemlos öffnen lassen können. Denken Sie also auch an den Schwenkbereich der Türen.

Einen Einbauschrank in einer Nische ausmessen – so geht’s!

Unsere Beispiel-Anleitung beschreibt, wie Sie das Aufmaß für einen Einbauschrank in einer Nische anfertigen. Weitere Aufmaßanleitungen für Schränke finden Sie bei schrankwerk.de.

Schritt 1: Messen Sie mit einem Zollstock oder Maßband die Breite, Höhe und Tiefe der Nische aus. Führen Sie die Messung an mindestens vier verschiedenen Stellen durch. Notieren Sie sich das jeweils kleinste Maß.

Schritt 2: Ziehen Sie von der Nischenhöhe 3 cm (bei Schränken mit Schwebetüren 5 cm) ab. So stellen Sie sicher, dass Sie alle Bauteile des Korpusses bequem montieren können.

Schritt 3: Ziehen Sie von der Breite 6 cm (3 cm auf jeder Seite) ab. Auch in der Breite ist ausreichend Platz für die ordnungsgemäße und komfortable Montage nötig. Die Fuge zur Wand kaschiert zudem Unebenheiten.

Schritt 4: Notieren Sie sich das ermittelte Schrankmaß. Alternativ können Sie mit Bleistift die Umrisse des Schrankes an die Wand zeichnen und zur Kontrolle nachmessen. Verwenden Sie Kreppband, um die Wand zu schützen.

Schrägen ausmessen: Schränke und Regale unter dem Dach

Dachschrägen gehören zu den kniffligen Raumsituationen. Ein gerader Schrank würde entweder gar nicht unter die Schräge passen oder enorm viel Platz verschwenden. Schränke mit Schräge lösen genau diese Herausforderung: Jeder Millimeter wird platzsparend für maximalen Stauraum ausgenutzt!

Für die Maße der korrekten Schräge sind drei Maßangaben essentiell: die Höhe des Schranks, die obere Breite und die Höhe des Kniestocks. Der Kniestock ist die Höhe von der Oberfläche des Fußbodens bis zum Beginn der Schräge. Der Winkel der Schräge entsteht, wenn Sie den oberen Punkt des Kniestocks mit dem Endpunkt der oberen Breite, der an die Schräge trifft, verbinden.

Eine detaillierte Aufmaßanleitung führt Sie Schritt für Schritt zum korrekten Aufmaß. Dieses können Sie für Schränke und Regale anwenden.

Beachten Sie auch in diesem Beispiel, dass zur Decke, zu den Seiten und zur Schräge eine Schattenfuge von 3 cm vorliegen sollte. Ein Schrank unter der Schräge ist ein Einbaumöbel, bei dem genügend Freiraum bleiben sollte, um eine sichere und korrekte Montage durchzuführen. Die Fuge können Sie anschließend mit Abschlussleisten und Blenden „unsichtbar“ verbergen, um eine einheitliche Front zu erhalten.

Diese Messgeräte und Hilfsmittel sollten Sie zuhause haben

Wer korrekt und genau messen will, sollte einige Hilfsmittel und Werkzeuge zuhause haben:

  • Zollstock oder Maßband (zwei Meter)
  • Wasserwaage
  • Bleistift und Notizblock
  • Trittleiter für hohe Decken oder Nischen

Der richtige Umgang mit dem Zollstock

  • Achten Sie auf einen geeichten Zollstock der Klasse III. Dabei gilt eine Toleranz von +/- 1 Millimeter pro Meter. Noch genauer sind Rollmaßbänder der Klasse II.
  • Klappen Sie die Gelenke des Zollstocks sauber aus, bis sie fest einrasten.
  • Beim Messen sollte der Zollstock flach aufliegen. Hängt der Zollstock frei durch, erhalten Sie ungenaue Maße.
  • Kippen Sie den Zollstock auf die Seite, wenn er nicht flach aufliegen kann. So ist er stabiler.
  • Messen Sie Strecken von über 1,50 m, sollten Sie eine zweite Person hinzuziehen, die den Zollstock oder das Rollmaßband straff und gerade hält.

3D Laser: Lohnt sich das?

Wer komplette und komplexe Räume ausmessen möchte, um ein Aufmaß der ganzen Wohnung zu erhalten, kann auf moderne 3D-Lasermessgeräte zurückgreifen. Doch lohnt sich das überhaupt?

Der Markt reicht von halbautomatischen Lasern bis zu technologisch hochkomplexen 3D-Laserscannern, die über ein 360° Raster jeden Winkel des Zimmers mit 3D-Messpunkten erfassen. Über die dazugehörige Software wird dann der vermessene Raum digital auf Tablet oder Laptop dargestellt.

Der Knackpunkt ist jedoch der Preis. Kosten simple Lasermessgeräte um die 1.500 €, ist den Preisen in den oberen Segmenten keine Grenze gesetzt. Die Investition lohnt sich also für Nutzer, die regelmäßig komplexe Räume mit außergewöhnlich komplizierten Raumsituationen vermessen möchten. Um Möbel zu planen, lohnt sich die Anschaffung nicht.

3D Laser
3D Laser

Hinweis: Eine Alternative bieten Laser-Entfernungsmesser. Der Nachteil bei den Geräten ist ihre ungenaue Messung auf kurzen Distanzen. Je nach Modell können bereits Abweichungen von 2 mm pro Meter auftauchen. Laser-Entfernungsmesser lohnen sich für große Räume, da bei allen Entfernungen die Abweichung konstant bleibt. Bei einem Zollstock würden sich die Ungenauigkeiten addieren. 

So messen Sie den Platz für Schränke immer korrekt

Grundsätzlich gilt: Messen Sie mehrmals und führen Sie Kontrollmessungen durch. Kommen Sie immer auf das gleiche Ergebnis? So minimieren Sie das Risiko, ein falsches Aufmaß anzufertigen. Sollten Sie dennoch unsicher sein und die Aufgabe lieber in die Hände von Profis geben wollen, dann bestellen Sie doch ganz einfach den praktischen Aufmaßservice von schrankwerk.

Ihr schrankwerk Team


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