Einrichtungsstile im Laufe der Zeit: Art déco

Einrichtungsstile im Laufe der Zeit: Art déco

Die Art déco entwickelt den zukunftsorientierten und auf ästhetische Formen und Designs ausgerichteten Jugendstil weiter. In unserem aktuellen Artikel möchten wir uns der „dekorativen Kunst“ und ihrem Einfluss auf die Möbelgestaltung nähern. Tauchen Sie mit uns ein in die „goldenen Zwanziger“, in denen Überfluss und der Wunsch nach außergewöhnlichen Besitztümern bis tief in die bürgerlichen Wohnungen vordringt.

Die Art déco

Zeitliche Einordnung: die „Goldenen Zwanziger“

Das Fin de Siècle, die Jahrhundertwende, reicht bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914. Die vielschichtige, sich widersprechende und innovative Klassische Moderne übernimmt. Zu ihr zählt auch die Kultur- und Kunstbewegungen Art déco. Sie erreicht ihren Gipfel in der Zeit der „Goldenen Zwanziger“ und bietet eine Flucht in ästhetische Gegenwelten.

Art Deco Theater
Die Goldenen Zwanziger

Die „Goldenen Zwanziger“ beschreiben nur oberflächliche eine sichere und stabile Gesellschaft. Der Hunger nach Kunst, Kultur und Besitz war nach den Wirren des ersten Weltkriegs groß. Die daraus entstandene Weimarer Republik entpuppte sich allerdings als unstete, nicht gefestigte Demokratie. Der Wirtschaftsboom und Aufstieg des gut situierten Bürgertums mündet im weltweiten Börsen- und Bankencrash Ende der 1920er.  

Art déco als Weiterentwicklung des Jugendstils

Bei der Art déco (Art décoratif, dt. „dekorative Kunst“) handelt es sich um eine Stilrichtung, die die Jahren 1920 bis 1945 prägte. Ihre Hochphase erlebte die Art déco zwischen 1924 bis 1928, jedoch dauerte es bis in die 1960er Jahre, ehe sie als Stilrichtung bezeichnet wurde. Zuvor galt sie als eine Form der Klassischen Moderne und logische Weiterentwicklung des Jugendstils.

Der erste Auftritt in Paris

Auf der „Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes“ wurden 1925 in Paris elegante, hochwertig gearbeitete und ungewöhnlich dekorierte Möbel ausgestellt. Sie leistete der aufstrebenden französischen Möbelbranche einen enormen Vorschub. Möbel aus Frankreich dominierten den Markt und galten als State-of-the-art. Um dem Boom etwas entgegenzusetzen, traten weitere moderne Stilrichtungen wie das Bauhaus in Deutschland und De Stijl in den Niederlanden hervor.

Die Idee: Distanz schaffen zu bereits Dagewesenem

Pauschal gesagt lehnte die Art déco alles ab, was mit veralteten Darstellungen längst vergangener Epochen zu tun hatte. Sie knüpfte da an, wo der Jugendstil aufhörte. Die „Goldenen Zwanziger“ waren die Zeit, in der Neureiche, Industrielle und Erben nach Wohlstand und Reichtum lechzten. Das Bürgertum entwickelte das Bedürfnis nach Eigentum. Themen wie Exklusivität, Sinnlichkeit und Hochwertigkeit sollten sich in der Inneneinrichtung wiederfinden. Die Art déco griff somit im Jugendstil etablierte Bedürfnisse wie Funktionalität und Geradlinigkeit auf und kombinierte diese mit hohen Ansprüchen an edle Materialien und Noblesse. Kennen Sie „The Great Gatsby“? Kein Roman verkörpert dieses Gefühl der Art déco besser!

Formen, Farben & Design der Art déco

Auffällig für die Art déco sind die ungewöhnlichen Proportionen der Möbel, die sich gegen die Symmetrie und die klassische Möbel-Tektonik richten. Die Formen sind schlicht, funktional und schmucklos und die geschwungenen Linien des Jugendstils verschwinden nahezu vollständig. Geometrische, eckige und zackige Linien dominieren die sorgfältig ausgewählten Verzierungen.  

Die farbliche Gestaltung wird maßgeblich von Kontrasten geprägt: Je intensiver, desto besser. Schwarz stehen roter oder smaragdgrüner Samt entgegen, Royales Blau kontrastiert Tropenhölzer und verchromte Metallgestelle bringen Sessel, Sofa und Couchtisch zum Strahlen.

Art Deco Kontraste

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Dem Material gilt die gesamte Aufmerksamkeit: Tropenhölzer, Mahagoni, Teak werden mit Elfenbein, Ebenholz und industriellen Metallen wie Stahl kombiniert. Hinzu kommen europäische Werkstoffe wie Onyx, Stein oder portugiesische Fliesen. Bei Schränken und Tischen werden auf große gleichmäßige Flächen geachtet, damit die Oberflächenwirkung der Materialien ausgenutzt werden kann.

Unzertrennlich verbunden mit der Art déco sind großflächige florale Muster und Darstellungen, die sparsam aber äußerst effektvoll bei Vorhängen, Wanddekor und Tapeten eingesetzt werden. Dabei handelt es sich aber um plakatartige Darstellungen, die nichts mit dem Ende des 19. Jahrhunderts existenten Naturalismus zu tun haben. Blumen, Blätter und Blüten werden stilisiert und erfüllen einen rein dekorativen Zweck.

Möbel der Art déco

Typische Möbel der Art déco sind…

  • Servierwagen
  • Beistelltische und Konsolen
  • Frisiertische
  • großflächige Spiegel
  • massive und repräsentierende Schreibtische
  • Loungemöbel wie Chaiselongue und Ottomane

Auch in der Art déco sollten kunstvolle und moderne Möbel für alle Geldbeutel zugängig sein. Wer kein Geld für Möbel aus edlen Hölzern hatte, fand in Möbeln mit Furnieren eine Alternative. Die Farben und Maserungen der Furniere griffen dabei die Optik der Edel- und Tropenhölzer auf. Somit verwandelten sich auch kleine, bescheidene Wohnungen in geschmackvoll eingerichtete vier Wände.

Wie viel Art déco steckt in den Möbeln von schrankwerk?

Die Art déco vereint eine klare Formgebung und das Ziel, die Funktion der Möbel herauszustellen. Obwohl es grafische und florale Verzierungen gibt, werden diese sparsam und zielgerichtet eingesetzt. Auch wir bei schrankwerk betonen diese Schlichtheit, dadurch entsteht eine Symbiose aus Funktionalität und zeitlosem Design. Besonders die Art déco beweist, wie zeitlos dieser Möbelstil ist. Ob Einzelstücke oder in einem ganzheitlichen Wohnkonzept – die Art déco hat bis heute überlebt und ist wieder gefragt.

Ihr schrankwerk Team

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