Die Tischlerei Dickmänken aus Rheine darf sich über eine neue Gesellin freuen. Die 22-jährige Jasmin Drüge hat nun ihre Tischler-Ausbildung am 7. Juli erfolgreich abgeschlossen und gehört seitdem zum gut ausgebildeten Dickmänken-Team, das sich um die Verwirklichung maßgefertigter Möbel kümmert.

 

Mit ihrem rotblonden Schopf, den vielen Sommersprossen und ihrem fröhlichen Lachen ist die 22-jährige Jasmin Drüge eine beliebte Kollegin in der Tischlerei Dickmänken. Nun dürfen sich die Kollegen auch in Zukunft über die fußballbegeisterte BVB-Anhängerin als kompetente Tischlerin freuen. Denn Jasmin hat kürzlich ihre Gesellenprüfung bei der Kreishandwerkerschaft in Steinfurt bestanden - mit Bravour übrigens. Im Zentrum der Prüfung stand ein Gesellenstück, das Jasmin für die Prüfung planen und fertigen musste. Dabei handelt es sich um ein modernes Sideboard aus anthrazitfarbenem Linoleum und Eiche, das sich an die Wand hängen lässt und jede Menge Stauraum bietet.

 

„Beim Gesellenstück habe ich mich ein wenig an meinem eigenen Einrichtungsstil orientiert. Denn ich wollte, dass das Möbelstück meinen persönlichen Geschmack widerspiegelt. Aber ich wollte auch etwas Schlichtes produzieren, das sich multifunktional nutzen lässt. Herausgekommen ist dabei dieses Sideboard, das den Prüfern gefallen hat – und mir auch“, erzählt Jasmin stolz.

  

Vom Fußball zum Handwerk

Jasmin Drüge wird 1997 geboren und hat viele Hobbys. Sie ist BVB-verrückt, spielt lange selbst erfolgreichen Fußball, ist kreativ und liebt Handlettering. Dass sie einmal den Beruf der Tischlerin erlernen würde, hat sie allerdings erst später entschieden. „Nach einigen Bewerbungen, bei denen ich manchmal nicht einmal eine Antwort erhielt, schaltete ich meine Bewerbung bei einem Anzeigenportal, wo sich junge Leute mit Ausbildungswunsch in Betrieben vorstellen können. Die Firma Dickmänken nahm schnell mit mir Kontakt auf und lud mich zu einem Vorstellungsgespräch ein. Ich durfte in einem dreitätigen Praktikum in den Betrieb schnuppern, bevor ich dann die Zusage erhielt, mit der Ausbildung zu beginnen“, erzählt Jasmin von den Anfängen ihrer Tätigkeit bei Dickmänken.

 

Zwischen 2,5 und drei Jahren dauerte die Ausbildung zum Tischler in Deutschland und endet mit einer Gesellenprüfung. In der stellen die Auszubildenden im Handwerk ihr Können sowohl in der Theorie als auch in der Praxis unter Beweis. So wie Jasmin, die nach ihrer dreijährigen Ausbildung in der Tischlerei weiter als Gesellin arbeiten wird.

 

 

Zu exzellenten Produkten mit qualifiziertem Fachpersonal

Die Tischlerei Dickmänken freut sich über den jungen Zuwachs im Team. Geschäftsführer Stefan Dickmänken weiß am besten, wie wichtig und gleichzeitig rar gesät, gut ausgebildetes Fachpersonal ist: „Qualifizierte Fachleute sind die Grundlage dafür, dass wir unseren Kunden exzellente Endprodukte liefern können. Neben handwerklichem Geschick ist in unserem Job technisches Know-how rund um Planungssoftware, Materialien und CNC-Maschinen gefragt. Weil unsere Möbel immer Unikate sind, müssen sich unsere Mitarbeiter bei jeder Bestellung immer wieder auf neue Anforderungen einlassen können.“ Stefan Dickmänken selbst hat seinen Beruf von der Pike auf gelernt und weiß deswegen um die Bedeutung von Aus- und Weiterbildungen. Im Rahmen seiner Meisterprüfung entwickelte er selbst einen Barschrank aus Schweizer Birnbaum-Holz und sandgestrahltem Glas – und erhielt damit sogar beim Gestaltungswettbewerb „Die gute Form“ einen Preis. "Der Wettbewerb im Tischler- und Schreiner­hand­werk zeichnet exzel­lent gestal­tete Gesellen­stücke aus. Der Innungs­verbund des Gewerks richtet ihn all­jährlich zunächst auf Innungs-, dann auf Landes- und schließlich auf Bundes­ebene aus." (Quelle: www.tischler-schreiner.de). Die Jury begründete die Vergabe wie folgt: Der Barschrank von Stefan Dickmänken aus Rheine ist ein Möbel mit schlichtem, gut proportioniertem Erscheinungsbild. Es überrascht beim Öffnen durch interessante und sich aus der Form schlüssig ergebende Formvielfalt. Die Farb- und Materialkombinationen überzeugen. Die Kriterien der Preisvergabe beruhten auf Idee, Form, Funktion und handwerksgerechte Ausführung.


Planung - das A und O im Tischlerberuf

Am Anfang jedes maßgefertigten Möbelstücks steht die Planung. Das lernen die jungen Handwerker und Handwerkerinnen schon während ihrer Ausbildung. Kein Wunder also, dass die Planung und spätere Fertigung eines eigenen Möbelstücks wichtige Bestandteile der Prüfung sind. Nur dann, wenn die Auszubildenden diese verschiedenen Anforderungen erfüllen, führt das Gesellenstück zum erfolgreichen Abschluss des Tischlereiberufs.

 

Auch bei Jasmin Drüge war das so. „Bevor das Sideboard entstand, gab es eine Planungsphase mit vielen kleinen Ideen und Skizzen auf Papier. Sie haben schließlich zu einem Gesamtbild geführt, auf dessen Grundlage ich das Sideboard entwickeln konnte“, berichtet sie stolz.

 

Während der Planungsphase gibt es einige Rahmenbedingungen, die erfüllt werden müssen. Das Gesellenstück richtet sich nach dem so genannten „Hamburger Modell“.   Alle einzelnen Vorgaben sind mit Punkten gewichtet. Davon müssen am Ende mindestens 10 Punkte am eignen Gesellenstück erfüllt werden. Beispiele dafür sind klassisch hergestellte Vollholzverbindungen an einem Schubkasten inklusive selbst gefertigter Schubkastenführung, bewegliche Teile wie Klappen, Schiebetüren etc., selbst furnierte Flächen, die Oberflächenbehandlung und vieles mehr.

 

Jasmin integrierte in das Sideboard Schubladen mit Vollholzverbindungen, Fächer zum Aufklappen und verkleidete die Holzoberfläche aus Eiche mit grauem Linoleum. Herausgekommen ist ein Sideboard, das modern wirkt und gleichzeitig multifunktional ist.

 

 

Für Stefan Dickmänken ist das gelernte Know-how rund um die Planung gerade im eigenen Betrieb von entscheidender Bedeutung, auch wenn sich das Kundengeschäft in den digitalen Raum erweitert. „Auf unserer Plattform Schrankwerk.de planen unsere Kunden ihre Möbelstücke selbst und geben danach ihre Bestellung auf. Online wirkt das Tool beinahe spielerisch, doch im Hintergrund liegt eine komplexe Planungssoftware - die Grundlage für die spätere Fertigung“, erklärt der Geschäftsführer. Und hier komme das geschulte Fachpersonal ins Spiel: „Jeder unserer Mitarbeiter muss in der Lage sein, diese Planung zu lesen und zu verstehen. Das ist die Grundlage, damit an der CNC-Maschine später das einwandfreie Produkt herauskommt und Kunden mit ihrem Unikat zufrieden sind.“

 

Jasmin jedenfalls fühlt sich von Anfang an gut bei Dickmänken aufgehoben – auch als Frau in einem immer noch von Männern dominierten Beruf. Nun ist die 22-Jährige aus Rheine als Gesellin im Beruf angekommen. Wir wünschen ihr viele erfolgreiche Jahre im Unternehmen.